Statement zur B35 / Ostumfahrung BR 

17. November 2020

Statement zum Scopingverfahren Ortumfahrung Bruchsal-Ost

Wir bewerten die erwartete Auswirkungen aus Sicht der Anliegerorte B35 von Bruchsal nach Bretten, sehr kritisch  insbesondere für Bruchsal-Ost (Bergstr. / Alte Württemberger Landstr.), Heidelsheim und Helmsheim.

Wir ermutigen alle Bürgerinnen und Bürger, sich bis zum 30. November 2020 auch mit eigenen Rückmeldungen an diesem Verfahren zu beteiligen.

Der Beitrag der CDU Fraktion im Ortschaftsrat zu dem laufenden Scopingverfahren bewertet folgende Auswirkingen als kritisch:

Erhöhtes Verkehrsaufkommen für diese an der alten B 35 liegenden Kommunen, vor allem des Schwerlastverkehrs um mindestens 22 %, durch:

  • Überregionale Verlagerung: Da gleichzeitig auch Bretten und Bauschlott umfahren werden sollen, ergibt sich zwischen A5, Anschlussstelle Bruchsal und der A8 bei Pforzheim eine 35 km lange Umgehungsstrecke mit einer Streckeneinsparung von mindestens 10 km. Das wird zu einer Verlagerung von überregionalem Verkehr von der Autobahn A5/A8 auf die neue Strecke führen, der bisher die Strecke Bruchsal-Bretten gar nicht berührt.
  • Regionale Verlagerung: der Fahrtzeitbedarf der Kraichgaugemeinden wird eventuell verbessert und erheblich verkürzt. Damit ist anzunehmen, dass sich zusätzlicher Verkehr aus der Region nördlich der B35 auf die  Umfahrungsstrecke und damit auch den weiteren Verlauf der B35 nach Bretten verlagert.
  • Diese erhöhte Verkehrslast belastet die anliegenden Siedlgungsgebiete nicht nur durch Lärm, sondern führt auch zu schlechterer Erreichbarkeit, erschwerter Straßenquerung in Helmsheim und damit Strukturverlusten. Sie führt zu weiterer Belastung der Bevölkerung durch Anziehung von Verkehr auf die Gemarkung Bruchsal, die schon belastet ist durch Schnellbahntrasse, Kreismülldeponie, Bundesautobahn, große Kläranlage in Heidelsheim und eine weitere Bundesstraße, die B3.
  • Über den konkret projektierte Streckenabschnitt im Nordosten Bruchsals hinaus wird das erhöhte Verkehrsaufkommen zu Flaschenhälsen in der Fortsetzung der B35 führen und Kapazitätsvergrößerungen mit allen Infrastruktur- und Umweltauswirkungen erfordern, zB mehrspuriger Ausbau der Kreuzung B35/Brettener Str./Herzl, Ausbau und Lärmschutz der Ortsdurchfahrt Helmsheim mit beengten Platzverhältnissen etc.

Umweltbelastung durch Landschaftsverbrauch: Die neuen Straßenbauten, verschärft duch lokale Verlagerung des Verkehrs aus dem bisherigen innerörtlichen Verkehr und die regionale Verlagerung von der A5/A8 auf die neue Strecke trifft ein Gebiet, das bisher von Kfz Verkehr frei war.

  • Die geplante Streckenführung führt zum Verlust von Waldflächen und ökologisch wertvollen Flächen mit ausgedehnten Streuobstbeständen und großer Biodiversität
  • Die nahezu mittige Zerschneidung der Naturlandschaft zwischen beiden Anschlussstellen führt zu einer unüberwindbaren Barriere für sehr viele Tierarten.
  • Großflächige Oberflächenversiegelungs durch Straßenneubau
  • Notwendige Großbauwerke im Gewann Schwallenberg in unmittelbarer Nähe des wertvollen Naturschutzgebietes Schwallenbrunnen zum Ausgleich der Topografie und zur Überwindung der Bahnlinie und des Saalbaches hätten unabsehbare Folgen für das Naturschutzgebiet.
  • Das gleiche gilt für die Brücke über das Tiefental im Bereich Glöcklesberg in einer völlig intakten Naturlandschaft

Lärm- und Emissionssbelastung: Kurz vor Heidelsheim müsste der Verkehr von der bestehenden  B35 aufgenommen werden, was als Folge  eine erhebliche Lärm- und Emissionsbelastung für Heidelsheim, Helmsheim und alle nachfolgenden Kommunen hätte.

  • Insbesondere steigt die Lärmabstrahlung vom den letzten Streckenabschnitt vor dem Erreichen der alten B35 für Heidelsheim und Bruchsal-Ost überproportional durch die erhöhte Position der Brückenbauwerke, von denen der Lärm weiter abstrahlt als von ebenerdigen Straßen.
  • Auch die nicht unmittelbar überbauten, zum großen Teil geschützten Flächen und Naherholungsflächen entlang der neuen Strecke werden durch Lärm und Emissionen belastet.
  • Insbesondere große Beeinträchtigung des gesamten Naherholungsgebietes Oberer Pflüger, Eisenhut, Heubühl, Glöcklesberg, Tiefental während der gesamten Bauzeit und danach.
  • Dadurch droht auch der Verlust von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen mit vielen Reb- und Obstbaumkulturen und Belastung dieser Produkte durch Immission auf den Restbeständen.

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